Rezeptive Musiktherapie

Rezeptive Musiktherapie ist die älteste Form der Musiktherapie, die schon seit der Antike gezielt eingesetzt wird. Im Gegensatz zur aktiven Form der Musiktherapie beinhaltet die rezeptive Musiktherapie nicht das aktive Musizieren. Musik wird passiv wahrgenommen, ohne selbst Einfluss darauf zu nehmen.
Dieses Klangerlebnis löst körperliche Reaktionen aus, die Dynamik der Musik beeinflusst körperliche Vorgänge. Denn vergleichbar dem Herzen, das im Takt schlägt, oder der Atmung, die einer inneren Bewegung folgt, gliedert sich auch Musik periodisch in Takt und Rhythmus. So wird nicht nur unwillkürlich mit den Füssen gewippt, auch der Puls passt sich schneller oder langsamerer Musik an - der Herzschlag passt sich dem gespielten Tempo an.
Wenn wir Musik wahrnehmen, aktiviert dies auch andere Bereiche, als die für die Verarbeitung auditiver Signale zuständigen Teiles unseres Gehirns. Dabei kommen auch beim bloßen Zuhören viele derjenigen Areale zum Einsatz, die beim aktiven Singen oder Musizieren aktiv sind, also mit Bewegung und Motorik zu tun haben. Durch das Hören der Musik werden psychisch-emotionale und körperliche Prozesse in Gang gesetzt werden, um zur Linderung von Krankheiten oder Beschwerden zu führen.
Musik kann intensive Gefühle aller Art hervorrufen - sowohl Gefühle von Entspannung, Gelassenheit und Ruhe können entstehen, als  auch von Vitalisierung und Aktivierung.