Stadien der Alzheimerkrankheit

Es werden verschiedene Grade der Alzheimer Krankheit unterschieden. Mit der sogenannten Reisberg Skala kann der Verlauf der Erkrankung in 7 aufeinander folgenden Stadien definiert werden:

Die Stadien 1 und 2 werden als Gesundheit eingestuft. Die Stufe 2 beschreibt das Empfinden von Angehörigen, dass der Betroffene an zunehmender Vergesslichkeit leidet. Die Gedächtnisstörungen sind aber noch nicht auffällig. Die zunehmende Vergesslichkeit kann auch andere Gründe haben. Die in dieser Stufe beschriebenen Auffälligkeiten gelten immer noch als „normal“.

3 und 4 sind Stadien, in denen am häufigsten die Diagnose der Alzheimer Demenz gestellt wird:

In Stadium 3 deuten sich geringe kognitive Einbrüche ab. Komplexe Aufgaben können nicht mehr gelöst werden, die Orientierung fällt schwerer, Wortfindungsstörungen und Vergesslichkeit beginnen aufzufallen. Man spricht von leichter Demenz.

In Stadium 4 werden mäßige kognitive Einbußen deutlich; dem Betroffenen fällt das Rechnen immer schwerer, die Haushaltsführung überfordert, die Mobilität ist eingeschränkt. Der Betroffene benötigt Hilfe bei schwierigeren Aufgaben des täglichen Lebens Die Defizite werden häufig leugnet und Situationen, die Anforderungen stellen, vermieden. Es liegt eine leichte bis mittelschwere Demenz vor.

Bei Stadium 5 spricht man von mittelschwerer Demenz. Häufig bestehen zeitliche und räumliche Desorientierung  (Datum, Wochentag, Jahreszeit etc.). Zwar wird keine Hilfe bei Toilettengang oder Essen benötigt,  aber es können Schwierigkeiten bei der Auswahl geeigneter Kleidung, oder der korrekten Abfolge beim Ankleiden bestehen. Viele Aktivitäten des täglichen Lebens können nicht mehr ohne Hilfe ausgeführt werden. Alltägliches Wissen wie z. B. Adresse, Telefonnummer wird vergessen. Die Demenz kann nicht mehr verleugnet werden.

In Stadium 6 werden schwere kognitive Einbußen deutlich und es wird meist schon professionelle Pflege benötigt. Der Betroffene benötigt Unterstützung bei alltäglichen Verrichtungen – er kann z. B. inkontinent werden, oder Hilfe benötigen, um sich an bekannten Orten zurechtzufinden.  Veränderungen in Persönlichkeit Verhalten und Emotion (Angst, Unruhe, schlagen) werden immer deutlicher. Jahreszeiten und zeitliche Veränderungen werden nicht mehr wahrgenommen, der Schlaf-Wach-Rhythmus ist häufig gestört. Das Kurzzeitgedächtnis funktioniert nicht mehr, die eigene Biografie sowie der Name des Ehepartners werden meist vergessen; Erinnerungen bestehen nur mehr lückenhaft. Vorhaben können kaum mehr in die Tat umgesetzt werden.Verfolgungsgedanken, Wahnstörungen,  Angst- und Zwangsymptome, Unruhe und bisher nicht bekanntes aggressives Verhalten können einsetzen. Man spricht von mittelschwerer bis schwerer Demenz.

In Stadium 7 spricht man bereits von schwerer Demenz, charakterisiert durch schwere kognitive Einbußen und vollständiges Angewiesen sein auf Hilfe.  Der Betroffene scheint den Körper nicht mehr steuern zu können – Lächeln, Sprechen, , Gehen, Sitzen, oder den Kopf aufrecht halten sind kaum mehr möglich. In diesem Endstadion kann der Betroffene schließlich nicht mehr Kauen und Schlucken, Atmungsprobleme werden immer größer.

Weiters wird  von einer Übergangsphase zwischen normaler Alterung und dem frühesten Stadium, in dem die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert werden kann, ausgegangen – eine Vorstufe der Alzheimer-Demenz bei der alltagspraktische Fertigkeiten noch unbeeinträchtigt sind. Es handelt sich dabei um die sogenannte Leichte kognitive Beeinträchtigung oder engl.: Mild Cognitive Impairment (kurz "MCI" genannt). Der Begriff mild cognitive impairment wurde erstmals in den späten 1980er Jahren von Reisberg und Kollegen verwendet, um Personen zu beschreiben, die zwar Beeinträchtigungen zeigten, welche aber noch mit keiner spezifischen Diagnose korrespondierten. Diese Phase leichter kognitiver Beeinträchtigung definiert also einen Zustand bei älteren Menschen, die bis zu einem gewissen Grad kognitiv abgebaut haben - die Veränderungen reichen jedoch für die Diagnose einer Demenz nicht aus. Das Konzept des MCI wird als pathologischer Zustand und nicht als eine Manifestation normalen Alterns gesehen.
 

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