Morbus Alzheimer

Dr. Alois Alzheimer (1864-1915), ein deutscher Neuropathologe und Psychiater beschrieb im Jahr 1906 erstmals die Symptome. Er entdeckte im Gehirn seiner Patienten typische mikroskopische Veränderungen und gab der Erkrankung den Namen.

Morbus Alzheimer gilt als die am häufigsten auftretende Form der Demenz. Zu Beginn stehen meist Vergesslichkeit und Orientierungsschwierigkeiten, auch Sprache, Motorik und Denkvermögen sind beeinträchtigt; die Symptomatik ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausgerägt und steht in Abhängigkeit zu den betroffenen Hirnarealen. In der Regel schreitet die Erkrankung stetig voran und mündet in der Pflegebedürftigkeit der Betroffenen.

In der EU geht man derzeit von etwa 7,3 Millionen, weltweit von etwa 24 Millionen aus. In Österreich sind etwa 110.000 Menschen von Alzheimer betroffen. Die Häufigkeit ist ansteigend und Experten erwarten bis zum Jahr 2050 eine Verdoppelung der Demenzfälle.
Die Geschlechterverteilung ist unregelmäßig: Frauen sind von Alzheimer Demenz in allen Altersgruppen häufiger betroffen als Männer. Mit zunehmendem Alter steigen die Zahlen exponentiell an und erreichen bei 85-89 jährigen 8.8% bei Männern und 14.2% bei Frauen. In dieser Altersgruppe ist die Rate an Neuerkrankungen pro Jahr mit 4.15% bei Frauen fast doppelt so hoch wie die 2.42% Rate bei Männern. Frauen weisen mehr sprachliche, amnestische, semantische und Orientierungsdefizite auf als Männer. Im Bereich Verhaltensstörungen haben an Alzheimer leidende Frauen häufiger Depressionen, während Männer häufiger Aggressionen aufweisen.

Im Verlauf der Alzheimer Erkrankung kommt es zu einem zunehmenden Verlust von Nervenzellen und einem Abbau der Gehirnsubstanz. Verbindungen zwischen den Zellen gehen verloren. Zwar sind die genauen Ursachen bislang noch immer unklar, als auslösende Faktoren in diesem Zusammenhang werden aber zwei Proteine gesehen: das Amyloid-Beta-Protein und das Tau-Protein, welche beide auch bei gesunden Menschen vorkommen. Nimmt die Konzentration dieser Proteine zu und sie verklumpen, bilden sich die krankhaften Ablagerungen im Gehirn, die das charakteristische Merkmal von Morbus Alzheimer bilden.

Eine tiefer liegende Region im Gehirn, der sogenannte Meynert Kern (Meynert Basal Kern) ist von den Zellschädigungen besonders früh betroffen - hier wird der Neurotransmitter Acetylcholin produziert. Dieser Botenstoff ist für die Informationsvermittlung zwischen den Nervenzellen verantwortlich. Wird er aufgrund des Absterbens der Zellen im Meynert Kern nicht mehr ausreichend produziert, ist die Kommunikation zwischen den Zellen und damit die Informationsverarbeitung gestört.

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