Klinische Kriterien für die Diagnose des MCI

Veränderungen der kognitiven Fähigkeiten ab (Informationen durch Patient, Informant, Beobachtung) - betroffen ist vor allem das Gedächtnis. Alltagspraktische Fertigkeiten sind unbeeinträchtigt. Der Alltag kann vollkommen selbstständig bewältigt werden (Essen zubereiten, Rechnungen zahlen, Einkaufen, Waschen, Ankleiden, Essen, persönliche Hygiene etc.), auch wenn komplexere Tätigkeiten etwas langsamer verrichtet werden. Kognitive Veränderungen sind so mild, dass die Kriterien der Demenz nicht erfüllt sind.

Da auch andere Erkrankungen, wie zum Beispiel v.a. Depression - die zu den häufigsten Alterserkrankung gehört -  ähnliche Symptome aufweisen können wie eine Demenz, ist eine genau diagnostische Abklärung zu Beginn wichtig. Patienten mit Depression leiden neben depressiven Symptomen auch an Störungen von Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Konzentration und Antrieb und können so den Eindruck einer Demenz vermitteln - man spricht hier von „Pseudodemenz“. Depressive Episoden treten auch häufig im Verlauf der Demenzerkrankung auf, mehr als zwei Drittel aller Betroffenen sind zumindest einmal davon betroffen. Weiters müssen auch Schlafstörungen und deren Behandlungsstrategien berücksichtigt werden, da einige Medikamente bei chronischem Gebrauch Demenzsyndrome hervorrufen können. Bei Verdacht auf eine primäre Erkrankung des Schlafes sollte eine Untersuchung im Schlaflabor veranlasst werden.