Wenn das Erinnerungsvermögen krankt

Der Begrif Demenz stammt aus dem Lateinischen und setzt sich aus den Silben mens = Denkvermögen, Verstand, Vernunft und de = abnehmend, zusammen.

Demenz gilt als Oberbegriff für mehrere Krankheiten, unter dem man allgemein eine Reihe von Symptomen versteht, die durch Erkrankungen des Gehirns hervorgerufen werden und zum Abbau der kognitiven Leistungsfähigkeit führen. In erster Linie betroffen sind Gedächtnis, Denkvermögen, Sprache, Motorik, Orientierung, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit und in manchen Fällen auch die Persönlichkeit. Auch Veränderungen der emotionalen Kontrolle, der Affektlage, des Sozialverhaltens, oder der Motivation können symptomatische Begleiterscheinungen sein. Gemäß den Kriterien des Internationalen Klassifikationssystems der Weltgesundheitsorganisation WHO (ICD-10),  müssen für eine Diagnose der Demenz die Symptome über mindestens sechs Monate bestanden haben. Der Krankheitsbeginn ist meist schleichend. Zwar zählt Demenz zu den häufigsten Erkrankungen im Alter, so ist sie dennoch nicht Teil des normalen Alterungsprozesses.

Mit 60-80% stellt Alzheimer die häufigste Demenzform dar, gefolgt von der vaskulären Demenz mit etwa 20%, die durch Durchblutungsstörungen im Gehirn - oft nach einem Schlaganfall - bedingt ist. Aber auch andere Formen wie z.B. die  Lewy-Körperchen-Demenz, die durch Persönlichkeitsveränderungen charakterisierte Frontotemporale Demenz (Pick Krankheit), oder Mischformen sind möglich.

Schwierigkeiten mit Kurz- und Langzeitgedächtnis  lassen jedoch nicht zwangsläufig den Schluss auf das Vorliegen einer dementiellen Erkrankung zu. Symptomen der Demenz können auch andere Ursachen zugrunde liegen, wie u.a. Depression, Delir, altersbedingte Vergesslichkeit, oder auch Flüssigkeitsmangel. Vor allem Depression, die neben der  Demenz die häufigste psychische Krankheit im Alter darstellt, lässt durch den scheinbaren kognitiven Abbau den Eindruck eines dementiellen Zustandsbildes entstehen und wird deshalb auch als „Pseudodemenz“ bezeichnet. Im Unterschied zur Demenz, klingen die Gedächtnisprobleme aber mit dem Nachlassen der Depression wieder ab.